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Amazon PPC Strategie

Amazon Keyword Recherche: Wie du mit dem Search Term Report profitable Keywords findest

Zuletzt aktualisiert: 13. April 2026

Lesezeit: ca. 14 Minuten

Die meisten Amazon-Seller starten ihre Keyword Recherche in externen Tools: Helium 10, Jungle Scout, Cerebro. Dabei übersehen sie die beste Datenquelle, die sie bereits haben – und für die sie jeden Tag bezahlen: den Search Term Report.

Der Search Term Report zeigt dir die echten Suchbegriffe, die echte Käufer auf Amazon eingeben, bevor sie auf deine Anzeigen klicken. Keine Schätzungen, keine Hochrechnungen – sondern reale Klick- und Kaufdaten aus deinen eigenen Kampagnen. In diesem Guide zeigen wir dir, wie du den STR systematisch auswertest, profitable Keywords identifizierst, Budget-Fresser eliminierst und einen wöchentlichen Workflow aufsetzt, der deine Amazon Keyword Recherche auf ein neues Level hebt.

Warum der Search Term Report dein wichtigstes Keyword-Tool ist

Externe Keyword-Tools wie Helium 10 oder Jungle Scout schätzen Suchvolumina auf Basis von Algorithmen und Stichproben. Sie sind nützlich für den ersten Überblick, aber sie zeigen dir nicht, was für dein Produkt funktioniert. Der Search Term Report hingegen basiert auf deinen echten Werbedaten:

Was der STR liefert, was kein externes Tool kann

  • Echte Suchbegriffe: Nicht Keywords, die du targetest, sondern die Begriffe, die Kunden tatsächlich eingeben.
  • Deine Conversion-Daten: Welcher Suchbegriff hat bei deinem Produkt zu Verkäufen geführt – nicht im Marktdurchschnitt.
  • Tatsächliche CPCs: Was du wirklich bezahlt hast, nicht was das Tool schätzt.
  • Negative-Keyword-Kandidaten: Suchbegriffe, die Klicks aber keine Conversions generieren – deine Budget-Fresser.

Kurz gesagt: Externe Tools zeigen dir, was der Markt sucht. Der Search Term Report zeigt dir, was bei dir funktioniert. Beides ist wichtig, aber die STR-Daten sind die Grundlage für jede Optimierungsentscheidung.

Wo du den Search Term Report findest und herunterlädst

Den Search Term Report findest du in der Amazon Advertising Console unter Berichte → Gesponserte Anzeigenberichte → Suchbegriffsbericht.

Schritt 1: Bericht erstellen

Gehe zu „Berichte“ → „Bericht erstellen“ → Berichtstyp: „Suchbegriff“. Wähle den Zeitraum (empfohlen: letzte 30 Tage für die wöchentliche Analyse, letzte 60 Tage für die Monatsanalyse).

Schritt 2: Richtigen Zeitraum wählen

Zu kurz (7 Tage) liefert zu wenig Daten. Zu lang (90+ Tage) verwässert Trends. Der Sweet Spot: 30 Tage für die operative Optimierung, 14 Tage für schnelle Checks bei hohem Spend.

Schritt 3: Als CSV herunterladen

Lade den Bericht als CSV herunter und öffne ihn in Excel oder Google Sheets. Dort kannst du filtern, sortieren und die Analyse durchführen, die wir im nächsten Abschnitt beschreiben.

Profi-Tipp: Richte einen wiederkehrenden Bericht ein (Berichte → Geplante Berichte), der dir den STR automatisch jede Woche per E-Mail schickt. So vergisst du die Auswertung nie.

Die wichtigsten Spalten und was sie bedeuten

Der STR enthält viele Spalten, aber für die Keyword-Recherche sind nur eine Handvoll wirklich entscheidend:

Customer Search TermDer tatsächliche Suchbegriff, den der Kunde eingegeben hat.
ImpressionsWie oft deine Anzeige für diesen Suchbegriff angezeigt wurde.
ClicksWie oft auf deine Anzeige geklickt wurde.
SpendWas du für diesen Suchbegriff bezahlt hast.
7-Day Total SalesUmsatz, der innerhalb von 7 Tagen nach dem Klick generiert wurde.
7-Day Total OrdersAnzahl der Bestellungen innerhalb von 7 Tagen.
ACoS (berechnet)Spend ÷ Sales × 100. Dein Effizienzmaß pro Suchbegriff.

Wichtig: Amazon zeigt den ACoS nicht direkt im STR. Du musst ihn selbst berechnen: Spend ÷ Sales × 100. Füge in deinem Excel eine Spalte hinzu, die das automatisch macht. Ohne ACoS pro Suchbegriff ist die Analyse blind.

Profitable Keywords identifizieren: Der 4-Schritte-Prozess

Hier wird die Amazon Keyword Recherche konkret. Folge diesen vier Schritten, um aus dem Datenmeer des STR die wirklich profitablen Suchbegriffe herauszufiltern.

Schritt 1: Sortiere nach Spend (absteigend)

Dein Budget konzentriert sich auf wenige Suchbegriffe. Die Top-20 Begriffe nach Spend machen oft 60–80 % deiner Gesamtausgaben aus. Beginne die Analyse dort – hier liegt der größte Hebel.

Filter: Spend > 5 € im gewählten Zeitraum (alles darunter hat zu wenig Daten).

Schritt 2: Berechne den ACoS pro Suchbegriff

Vergleiche den ACoS jedes Suchbegriffs mit deinem Break-Even ACoS. So entstehen drei Kategorien:

Profitable Keywords: ACoS unter Break-Even → skalieren und isolieren

Grenzwertige Keywords: ACoS nahe Break-Even → Gebot anpassen, beobachten

Unprofitable Keywords: ACoS weit über Break-Even → Gebot senken oder als Negative ausschließen

Schritt 3: Prüfe die Conversion Rate

Ein Suchbegriff mit hohem Spend und null Conversions ist ein klarer Kandidat für die Negative-Keywords-Liste. Aber auch die Conversion Rate bei Begriffen mit Conversions variiert stark:

Richtwerte: CR > 10 % = exzellent, 5–10 % = gut, 2–5 % = akzeptabel, < 2 % bei vielen Klicks = prüfen, ob das Keyword wirklich zu deinem Produkt passt.

Schritt 4: Isoliere die Gewinner

Suchbegriffe mit mindestens 2–3 Conversions und einem ACoS unter deinem Zielwert sind Kandidaten für die Search Term Isolation: Überführe sie als Exact-Match-Keywords in eine eigene Kampagne und schließe sie in der Quellkampagne als Negative Exact aus. So bekommt jeder Top-Performer sein eigenes Gebot und Budget.

Praxisbeispiel: STR-Analyse für eine Kaffeemühle

SuchbegriffKlicksSpendSalesACoSAktion
kaffeemühle elektrisch kegelmahlwerk8752 €380 €13,7 %Isolieren + skalieren
kaffeemühle elektrisch214171 €620 €27,6 %Isolieren, Gebot optimieren
kaffeemühle312280 €710 €39,4 %Gebot senken, beobachten
espresso mahlen handmühle4538 €0 €Negative Exact
kaffeemühle manuell holz6249 €0 €Negative Exact

Ergebnis: 2 profitable Keywords für Isolation, 1 grenzwertiges Keyword zum Optimieren, 2 Budget-Fresser für die Negative-Liste. In 15 Minuten Arbeit wurde der Grundstein für eine spürbar bessere Kampagne gelegt.

Budget-Fresser erkennen: Negative Keywords aus dem STR

Mindestens genauso wichtig wie die Gewinner zu finden, ist es, die Verlierer auszuschließen. Jeder Suchbegriff mit signifikantem Spend und null Conversions kostet dich Geld, das in profitable Keywords investiert werden könnte.

Wann wird ein Suchbegriff zum Negative Keyword?

  • Sofort ausschließen: Suchbegriffe, die offensichtlich nicht zu deinem Produkt passen (z. B. „handmühle holz“ wenn du elektrische Mühlen verkaufst).
  • Nach 20+ Klicks ohne Conversion: Der Suchbegriff passt thematisch, konvertiert aber nicht. Das deutet auf einen Mismatch zwischen Suchabsicht und Produkt hin.
  • Nach Spend > 2× Produktpreis ohne Conversion: Wenn du für einen Suchbegriff mehr ausgegeben hast als das Produkt kostet, ohne einen einzigen Verkauf, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass er jemals profitabel wird.

Trage die identifizierten Suchbegriffe als Negative Exact Match in die betreffende Kampagne oder Anzeigengruppe ein. Nutze Negative Phrase Match nur, wenn du sicher bist, dass eine ganze Wortgruppe nie relevant sein wird – ansonsten schließt du versehentlich profitable Varianten mit aus.

Brand Analytics & Search Query Performance als Ergänzung

Der Search Term Report zeigt nur deine Werbedaten. Für das vollständige Bild brauchst du zusätzlich die organischen Daten aus Brand Analytics und Search Query Performance (verfügbar für markenregistrierte Seller).

Brand Analytics: Top-Suchbegriffe

Zeigt die am häufigsten gesuchten Begriffe auf Amazon, inklusive Click-Share und Conversion-Share der Top-3-Produkte. Nutze es, um neue Keyword-Ideen zu finden, die in deinem STR noch nicht auftauchen – weil du sie noch nicht targetest.

Search Query Performance (SQP)

Zeigt für jeden Suchbegriff deine organischen und werbefinanzierten Impressionen, Klicks und Käufe im Vergleich zum Gesamtmarkt. Der entscheidende Mehrwert: Du siehst, bei welchen Keywords du organisch bereits gut rankst (und möglicherweise weniger auf Werbung angewiesen bist) und wo du organisch unsichtbar bist (und Werbung zwingend brauchst).

Kombination: STR + SQP = Volle Transparenz

STR sagt: „Keyword X hat ACoS 15 %, super profitabel.“
SQP ergänzt: „Für Keyword X rankst du organisch auf Position 2 – du bezahlst für Klicks, die du wahrscheinlich auch organisch bekommst.“
Erkenntnis: Gebot senken, Budget in Keywords investieren, bei denen du organisch schwach bist.

Der wöchentliche Keyword-Recherche-Workflow

Amazon Keyword Recherche ist kein einmaliges Event, sondern ein laufender Prozess. Hier ist der Workflow, den wir für die effektivste Nutzung des STR empfehlen:

Montag: STR der letzten 7 Tage herunterladen

Kurzer Check: Gibt es neue Suchbegriffe mit hohem Spend und null Conversions? → Sofort als Negative hinzufügen. Gibt es neue Suchbegriffe mit Conversions, die noch nicht als eigene Keywords laufen? → Zur Isolierung vormerken.

Mittwoch: Gebote anpassen

Basierend auf der Montagsanalyse: Gebote für profitable Keywords erhöhen, für grenzwertige senken. Neue Exact-Match-Keywords aus dem STR in isolierte Kampagnen überführen.

Freitag: Monatsvergleich (alle 4 Wochen)

30-Tage-STR herunterladen. Vergleiche mit dem Vormonat: Welche Keywords sind aufgestiegen oder abgestürzt? Gibt es saisonale Trends? Sind deine Budget-Layer (Brand, Generic, Competitor) im Gleichgewicht?

Dieser Workflow nimmt ca. 30–60 Minuten pro Woche in Anspruch und macht den Unterschied zwischen reaktivem Optimieren und proaktiver Keyword-Strategie.

Die 5 häufigsten Fehler bei der Keyword-Recherche

1. Nur auf externe Tools verlassen

Helium 10 & Co. liefern Schätzungen. Dein STR liefert Fakten. Nutze externe Tools für die initiale Recherche, aber steuere deine Kampagnen ausschließlich auf Basis deiner eigenen Daten.

2. Den STR nie auswerten

Erschreckend viele Seller lassen ihre Auto-Kampagnen monatelang laufen, ohne je in den Search Term Report zu schauen. Das ist, als würdest du Geld in einen Briefkasten werfen und hoffen, dass etwas Gutes zurückkommt.

3. Zu früh Entscheidungen treffen

Ein Suchbegriff mit 5 Klicks und 0 Conversions ist nicht automatisch schlecht – er hat einfach zu wenig Daten. Warte auf mindestens 20 Klicks, bevor du ein Keyword als Negative ausschließt, sonst eliminierst du potenzielle Gewinner.

4. Negative Phrase statt Negative Exact verwenden

Negative Phrase schließt alle Suchbegriffe aus, die den Begriff enthalten. Wenn du „handmühle“ als Negative Phrase setzt, schließt du auch „elektrische handmühle“ aus – vielleicht dein profitabelstes Keyword. Verwende standardmäßig Negative Exact Match.

5. Halo Effect ignorieren

Manche Keywords haben einen hohen ACoS, steigern aber die organischen Verkäufe massiv. Prüfe den TACoS parallel: Wenn er sinkt, obwohl der ACoS einzelner Keywords hoch ist, arbeitet der Halo Effect für dich.

Fazit: Von echten Suchern zu profitablen Keywords

Die beste Amazon Keyword Recherche basiert nicht auf Vermutungen oder externen Schätzungen – sondern auf den realen Suchdaten deiner Kunden. Der Search Term Report, ergänzt um Brand Analytics und Search Query Performance, gibt dir alles, was du brauchst, um profitable Keywords zu finden, Budget-Fresser zu eliminieren und deine Kampagnen systematisch zu verbessern.

Dein Aktionsplan

Heute: STR der letzten 30 Tage herunterladen und ACoS-Spalte hinzufügen.

Diese Woche: Top-20-Suchbegriffe nach Spend analysieren, Gewinner isolieren, Budget-Fresser als Negative eintragen.

Ab nächster Woche: Wöchentlichen Workflow starten (Montag: STR-Check, Mittwoch: Gebote anpassen).

Ab nächstem Monat: SQP-Daten zur Ergänzung nutzen und organische vs. bezahlte Performance vergleichen.

Wer diesen Prozess konsequent durchzieht, wird nach 4–8 Wochen eine spürbar bessere Kampagnen-Performance sehen: niedrigerer ACoS, weniger verschwendetes Budget und ein wachsender Pool an bewährten Exact-Match-Keywords, die gezielt skaliert werden können.

Häufig gestellte Fragen

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